Nicht mehr wieder zu erkennen: Mallorcas berühmteste Strandbude. Die Neugestaltung passt: Sie steht für den Wandel an der Playa de Palma. Was blieb: Viele gute Hotels – mit attraktiven Preisen.

Ikke Hüftgold grollt. Der auf Mallorca so beliebte Schlagersänger („Saufen ist Scheiße, doch wir machen es trotzdem“) erwartet „viel Zorn“ – und rät Palmas Polizei, rechtzeitig vor der ersten großen Besucherwelle an Ostern „zu einer 24-Stunden-Überwachung am Ballermann.“

Mallorca Ballermann Balneario 6

Von Ailura, CC BY-SA 3.0 AT, Link

Denn dort tat sich Ungeheuerliches: Der „Ballermann 6“, Kultbude seit Jahrzehnten für partywütige Urlauber aus ganz Deutschland, ist nur noch Legende – zumindest was seinen Namen betrifft.

„Beach Club Six“ heißt das Strandlokal jetzt, das seine gesamte Optik verändert hat: Olivgrüne Töne und ein weiß-gelber Schriftzug haben das glänzende Alu und das rote Dach verdrängt.

Ob die Gäste trotzdem kommen? „Klar“, lacht Nicole aus Magdeburg, die vier Mal im Jahr eine Woche an der Playa de Palma Urlaub macht. „Ballermann bleibt Ballermann“. Es wird sich weisen, spätestens am Gründonnerstag: Dann ist Blausein das Gebot der Stunde schon ab dem frühem Nachmittag – zum Start des ersten trinkseligen Saison-Höhepunkts.

Nur „positive Reaktionen“ hat seit der gerade erfolgten Neueröffnung Barmann Manolo registriert, der dort seit 20 Jahren arbeitet – und in all den Jahren Hunderte von Hektoliter Alkohol in verschwitzten Leibern ausgelassen feiernder Gäste verschwinden sah. Dabei räumt der Barkeeper mit einem großen Vorurteil auf. In seinem Lokal sei nie Sangria in Eimern verkauft worden: „Das haben sich die Leute immer aus den benachbarten Kiosken geholt.“

Doch nicht nur das legendäre Strandlokal, das wie kein anderes seit Jahrzehnten für Urlauber-Exzesse steht und 1997 sogar einer Filmkomödie mit Uwe Ochsenknecht und Ottfried Fischer seinen Namen gab, ist nüchterner geworden. Der ganze Strandabschnitt wandelt sich.

Der „Beach Club Six“ verkörpere genau „den Stil, den wir für die Playa de Palma suchen“, sagt Juan Miguel Ferrer von der Initiative Palma Beach, die sich für mehr Qualität entlang des sechs Kilometer langen Urlaubsstrandes einsetzt. Die ist allenthalben zu sehen. Denn auch andere Strandkioske – wie etwa „Balneario 8“ – wurden im Rahmen der Umstrukturierungspläne umgestaltet: „The Eight“ lockt nun in dezent-eleganten blauweißen Tönen zum Two o’clock drink – oder dem, der auch schon früher schmeckt.

Dass die einst berüchtigte Strandmeile auf dem Weg zu einer heiteren Ferienzone auch für Familien ist, belegt die Entwicklung der Hotellerie: Millionen flossen in die Modernisierung. Dennoch blieben die Preise, was selbst für die Top-Hotels exzellenter Marken wie Iberostar oder Riu gilt, auf dem Boden – wie sich gerade jetzt in den Monaten vor der Hochsaison zeigt.

Bei HLX etwa lassen sich sechs Nächte im Drei-Sterne-Hotel Riutort bereits für 274 Euro buchen, und auch Lufthansa Holidays wirbt mit zahlreichen attraktiven Angebote: Sieben Nächte im Drei-Sterne-Haus Ipanema Park and Beach beispielsweise gibt es bereits für 325 Euro – ebenso inklusive Halbpension und Flug.